Amateurtheatertage Baltrum 2015 – „Juristische Zauberei“

Mit „Hokuspokus“ von Curt Goetz hat sich das Schaumburger Ensemble an ein großes Stück Theater gewagt, das aber mit etlichen Vorurteilen zu kämpfen hat: Alt und verstaubt, schwer zu spielen und umzusetzen, die Handlung ist verworren und nicht immer in jedem Moment HokusPokus_GP-021nachvollziehbar – aber es ist ihnen mit Bravour gelungen, diese Vorbehalte zu aufzulösen. (…)
Es ist immer ein schwieriges Unterfangen, alte Stücke für das Theaterpublikum von heute aufzubereiten. Sie enthalten oft Längen und meist auch streckenweise schwer nachvollziehbare Handlungsstränge. Das macht es nicht immer leicht, das Publikum bei der Stange zu halten. Und trotzdem ist es den Schaumburger Schauspielern gelungen, die Spannung während der Aufführung dieses Justizstücks zu halten. Sie haben sich dafür entschieden, auf Kürzungen zu verzichten und das Stück so wie es geschrieben wurde, auf die Bühne zu bringen. (…)
HokusPokus_GP-116Beeindruckend war das Spiel von Regine Müller, die die Angeklagte Agda Kjerulf spielte. Während der gesamten Gerichtsverhandlung hatte sie einen exponierten Platz ganz vorn am Bühnenrand, war aber zu jedem Zeitpunkt 100 Prozent Agda.
Ausgesprochen beeindruckend gespielt wurden auch die Plädoyers des Staatsanwalts (Oliver Beckers) und des Verteidigers (Peter Reinhold). An keiner Stelle unsicher, immer glaubwürdig und absolut „juristisch authentisch“. (…)

Autor: Petra Wahed-Harms

Quelle: Rampenlicht 2015-1 (Zeitschrift für Amateurtheater)

 

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